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Drei riesige Flügel für Windrad ins Drei-Länder-Eck geliefert

Digitalpartner Delbrück e.V.
01.09.2025 00:00

Jeweils auf fast 100 Meter Gesamtlänge kamen die drei Schwertransporter, die drei 86 Meter lange
Flügel für ein Windrad im Grenzbereich Steinhorst / Espeln / Kaunitz durch Steinhorst transportierten.
Gegen 3 Uhr passierte der Konvoi den zurückgebauten Steinhorster Kreisverkehr.

Erstes von vier Windrädern soll im September seinen Betrieb aufnehmen

Delbrück. Bereits im Frühjahr begannen die Arbeiten zur Errichtung eines 162 Meter hohen Windrades direkt auf der Grenze zwischen Espeln, Kaunitz und Steinhorst. Wege zur Baustelle wurden geschottert und befestigt. Der Mast steht bereits. Nun erfolgte mit der Anlieferung von drei jeweils 86 Metern langen Windradflügeln ein weiterer, wichtiger Schritt zur Fertigstellung des einen von insgesamt vier geplanten Windrädern. Am Kreisverkehr in Steinhorst gab es ein kleines Fest und rund 50 Steinhorster wurden Augenzeuge des Transportes.

Jeder der drei Schwertransporter war 99,23 Meter lang. Nach wochenlanger Planung und Vorbereitung konnte der Transport nun starten. Der Aufwand im Vorfeld war groß: Eine Route musste entwickelt werden, Tragfähigen von Brücken und Durchfahrtshöhen für die 4,22 Meter breiten Windräder geprüft werden. Am 24. Juli startete der Schwertransport in Wilhelmshaven, wo die tonnenschweren Flügel auf Lastwagen verladen wurden. Stück für Stück näherte sich der Schwertransport Delbrück und die Strecke war gründlich vorbereitet worden.

Um Kreuzungsbereiche wurden Bypässe verlegt: Boden wurde aufgeschüttet und Stahlplatten verlegt. Dies war an der Abfahrt Rheda-Wiedenbrück der Autobahn A2 der Fall, aber auch in Delbrück an der Kreuzung Paderborner Straße (B64) / Hövelhofer Straße sowie wenige Meter weiter an der Kreuzung Hövelhofer Straße / Kaunitzer Straße. Ampelanlagen mussten flexibel versetzbar sein um eine Passage zu ermöglichen. Kurz bevor der eigentliche Transport die jeweiligen Nadelöhre passierte, wurden Schilder demontiert und Ampelmaste aus dem Fahrweg geschwenkt.

In Steinhorst wurde vor einigen Wochen sogar der gemauerte Mittelpunkt des Kreisverkehrs entfernt und asphaltiert. Nur so war es möglich, dass die fast 100 Meter langen Muskelprotze die Stelle passierten. Für weitere Transporte bleibt der Kreisverkehr bis zum Frühjahr 2026 in dieser Form bestehen.

In Steinhorst entwickelte sich die Durchfahrt der drei Schwertransporter sowie der unzähligen Begleit- und Sicherungsfahrzeuge zu einem kleinen Fest. Jochen Kerkstroer vom Steinhorster Krug servierte kalte und heiße Getränke und so wurden gut 50 Steinhorster Augenzeuge des Transportes. Dabei war Geduld gefragt, schließlich war das Eintreffen zwischen 1 und 3 Uhr angekündigt.

Gegen 1.30 Uhr kam dann die Nachricht von der Abfahrt der Bundesstraße 64, dass der erste Schwerlaster den dortigen Kreisverkehr passiert habe, aber noch auf die beiden nachfolgenden Speziallastwagen warten werde. Knapp eine Stunde später waren dann in Steinhorst die ersten Anzeichen zu sehen, dass sich der Konvoi näherte. Ein Lkw mit reichlich Straßenschildern beladen sowie ein Hubsteiger durchquerten Steinhorst. Es folgte kurz danach ein Fahrer, der die Sperrbaken vom Kreisverkehr entfernte.

Wenige Minuten später war am Nachthimmel das erste orangefarbene Blinklicht zu sehen und der Konvoi bog um die Ecke. Über ein Dutzend Sicherungsfahrzeuge mit reichlich orangem Blinklicht wiesen auf den Schwertransport hin, der die gesamte Breite der Kaunitzer Straße benötigte um sich fortzubewegen. Zwei Fahrbahnteiler mussten am Ortseingang überwunden werden. Für das routinierte Team keine wirkliche Herausforderung.

Anders sah es da schon beim Überqueren des „geschleiften“ Kreisverkehrs aus. Beim Überfahren mussten Höhenunterschiede des Untergrundes ganz vorsichtig ausgeglichen werden. Manchmal kamen die Giganten den Straßenschildern sehr nahe, aber die Begleiter hatten alles im Griff. Die Ausmaße waren riesig: Während die Zugmaschine schon den Kreisel überwunden hatte und weiter in Richtung Kaunitz fuhr, war der Rest des 100-Meter langen Transportes noch nicht mal am Kreisverkehr angekommen.

Problemlos überwanden die Schwertransporter das letzte Hindernis auf der Fahrt zum bereits aufgebauten Windradmasten. „Ich muss in zwei Stunden zur Arbeit los, aber das mitzuerleben war es mir wert“, so ein Augenzeuge. „Ein echtes Erlebnis. Das war schon spannend, was das für ein Aufwand war und wie viele Fahrzeuge ständig um die Schwertransporter herum waren“, ging eine Steinhorsterin kurz nach 3 Uhr zufrieden nach Hause.

Um 3.30 Uhr näherten sich dann auch die Fahrer ihrem Feierabend und erreichten das Ziel in der Nähe der Kaunitzer Straße. In den Folgetagen wurden die 86-Meter langen Windradflügel von den Lkw´s abgeladen. Es fehlen noch wichtige Komponenten wie das Maschinenhaus und der Rotorkopf. Außerdem muss für die Montage noch ein großer Schwerlastkran aufgebaut werden. Dies ist für Mitte August geplant. Allerdings ist das Unternehmen für den Aufbau auf brauchbares Wetter angewiesen, sprich es muss möglichst windstill sein. Die Nabenhöhe der Anlage beträgt 175 Meter. Die Nennleistung beträgt 6.000 KW und hat eine Lebensdauer von 25 Jahren.

Bild 1:  Anlieferung von 86 Meter langen Windradflügeln. Rund 50 Steinhorster verfolgten das Ereignis am Kreisverkehr mit einem kleinen Fest.

Bild 2:  Die Schwertransporter durften auf der Fahrt nach Steinhorst nicht überholt werden. Zahlreiche Sicherungsfahrzeuge signalisierten das Überholverbot und folgten den Lkw´s bis ans Ziel.