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Restaurierung eines historischen Grenzsteins in Delbrück

Nachrichtensammler
15.11.2025 00:00

In Westenholz markieren noch heute 19 historische Grenzsteine die ehemalige Grenze zwischen dem Fürstbistum Paderborn und der Grafschaft Rietberg. Einer dieser über 250 Jahre alten Findlinge – der Grenzstein mit der Nummer 13 – fehlte jedoch seit langem. Nun hat die Bürgerstiftung Westenholz seine Wiederherstellung veranlasst und damit ein bedeutendes Stück Ortsgeschichte zurückgebracht. Josef Küsterameling hatte die durch landwirtschaftliches Gerät zerstörten Einzelteile des Steins über zehn Jahre in seinem Garten aufbewahrt. In der vergangenen Woche wurde der restaurierte Stein im Vorgarten der Familie Küsterameling in der Moese 16 aufgestellt, nur wenige Meter von seinem ursprünglichen Standort entfernt.

Da nicht alle Fragmente erhalten waren, ergänzte die Firma Kettelgerdes die fehlenden Teile mit Edelstahlstreben. Trotz seiner Größe von etwa einem Meter fällt der Stein nicht sofort ins Auge, doch die eingemeißelte Jahreszahl 1757 weist auf seine historische Bedeutung hin. Die Grenzsteine wurden während des Siebenjährigen Krieges aufgestellt und sind durchnummeriert. Sie markieren eine etwa zehn Kilometer lange Grenzlinie und befinden sich in regelmäßigen Abständen an Waldrändern, in Gärten oder auf Feldern. Die eine Seite der Steine zeigt einen Adler und die Buchstaben WAGZR, was auf den Besitz des Grafen August Wenzel zu Rietberg hinweist. Die andere Seite trägt eine Raute mit dem bayrischen Löwen und die Buchstaben CABZP, die für Clemens August als Bischof zu Paderborn stehen.

Karin Morfeld, die die Heimatstube der Gemeinde pflegt, hat während der Coronazeit alle Grenzsteine aufgespürt. Bis auf den restaurierten Stein Nr. 13 sind alle anderen noch gut erhalten, inklusive der eingearbeiteten Wappen. Der Stein Nr. 12 aus dem Jahr 1833 markiert zudem die Grenze zwischen Preußen und dem Fürstentum Lippe. Die Grenzsteine erzählen die Geschichte des Grenzorts Westenholz und sind ein bedeutendes Zeugnis der Vergangenheit. Wer sich auf eine Zeitreise begeben möchte, findet die GPS-Daten aller Steine auf der Website des Heimatvereins. Der Stein Nr. 1 befindet sich am „freien Stuhl“, wo die Regierungsbezirke Paderborn, Arnsberg und Münster zusammentreffen. Die Rückkehr des Grenzsteins Nr. 13 vervollständigt nun diese historische Reihe und ist ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Ortsgeschichte.

Quelle: Westfalenblatt, (KI), Foto: Marion Dubbi